


Im Frühjahr tragen unsere Völker den ersten Nektar und Blütenstaub ein. Diesen Nectar vernaschen die Bienen selbst. Erst wenn die ganze Pracht der Frühlingsblumen und der Obstblüten zu einem rauschenden Fest für die Biene wird, bleibt als Überschuss der herrlich duftende Honig für den Imker. Von uns wird er dann geschleudert (durch Fliehkräfte aus den Waben geschleudert). Dieser Honig hat die Vielfalt der Frühjahrsflora eingefangen, und wird von uns cremig gerührt genutzt.

Dieses süße Naturprodukt enthalt verschiedene Substanze: Zucker, Proteinen, organische Säure, Steinsälze, Vitamine, Enzyme und Hormonen. Der Honig wird in der Küche für die Vorbereitung von handwerklichen Süßigkeiten, aber der heiße Honig verliert einige Eigenschaften. Er ist eine lebenskräftige Nahrung für Kinder und Alten.
Seit Jahrtausenden sind die medizinischen Eigenschaften von Honig bekannt:
Bereits die alten Ägypter behandelten Wunden mit dem süßen
Nahrungsmittel. Bislang vermuteten Wissenschaftler, dass die sirupartige Konsistenz
Mikroorganismen von der Luftzufuhr abschneidet oder der hohe Zuckeranteil
das Wachstum der Keime verlangsamt. Diese Erklärungen stellt nun ein
Forscherteam um Rose Cooper vom University of Wales Institute in Cardiff in
Frage.
Um die Wirkung von Honig auf Bakterien genauer zu untersuchen, gewannen die
Wissenschaftler aus Krankenhäusern Staphylococcus aureus- und Enterococcus-Erreger.
In Laborversuchen versetzten sie die Stämme entweder mit dem natürlichen
Süßungsmittel oder mit einer künstlichen Honiglösung
derselben Konsistenz und Zuckerkonzentration. Im Vergleich zum Imitat tötete
der echte Bienenhonig die Bakterien dreimal effektiver ab - sogar solche Erreger,
die sich gewöhnlich als resistent gegenüber Antibiotika wie Methicillin
und Vancomycin erweisen. Offenbar enthält Honig keimhemmende Wirkstoffe.
Um welche Substanzen es sich dabei handelt, ist noch unklar. Als Kandidat kommt für die britischen Wissenschaftler das bakterienabtötende Wasserstoffperoxid in Betracht, das beim Verdünnen gewisser Honigsorten entsteht. Doch auch Honigsorten, die kein Wasserstoffperoxid bilden, bremsten im Labor das Wachstum der Mikroorganismen. Möglicherweise beruht die antibakterielle Wirkung des Nahrungsmittels auf Enzymen, welche die Honigbienen ausscheiden, spekuliert Cooper. Alternativ könnten sein Säuregehalt oder Substanzen aus dem Pflanzennektar die Ursache dafür sein. Die britische Forscherin warnt aber davor, auf infektiöse Wunden gekauften Honig aufzutragen. Denn aufgrund einer möglichen Hitzebehandlung könnte er seine antibakteriellen Eigenschaften verloren haben.
